Nachdem wir nun rechnerisch die Leistungsfähigkeit des Jets sichergestellt haben, sollte noch einmal kurz die Mindestgeschwindigkeit überprüft werden, damit wir später beim Start und bei der Landung keine Überraschung erleben.

Ein übliches Kriterium zur Abschätzung des problemlosen Handlings des Modells auf normalen Flugplätzen stellt die gute alte Flächenbelastung dar. Sie lässt sich immer dann verwenden, wenn zwei ähnliche Modelle miteinander verglichen werden, versagt aber, wenn eines der Modelle eine stark abweichende Profilierung, eine andere Streckung oder ein stark abweichendes Fläche/Rumpf Verhältnis hat.

Auch die Flächentiefe hat natürlich einen Einfluss auf den Stallspeed (Abrissgeschwindigkeit). Um all diese Parameter wenigstens ansatzweise zu berücksichtigen, wird hier nun eine Formel gegeben.

Die Horizontalgeschwindigkeit unseres Jets lässt sich wie folgt berechnen:

\({v=\sqrt{2 \cdot m_{ges} \cdot g \over \rho \cdot c_a \cdot A}}\)

Dabei wird \(g\) als Erdbeschleunigung mit \(9,81 m/s^2\) und \(\rho\) als Luftdichte mit

\(1,2 kg/m^3\) eingesetzt. \(m_{ges}\) stellt die Gesamtmasse unseres Modells in kg dar, \(A\) die Flügelfläche in \(m^2\) und \(c_a\) ist hier der vom verwendeten Profil und der Reynolds-Zahl abhängige Maximalauftriebsbeiwert, der bei der Landung noch fliegbar ist.

Folgende Tabelle zeigt Anhaltswerte für den Maximalauftriebsbeiwert \(c_a\)

(falls vorhanden sollte \(c_a\) aus den Profilpolaren des verwendeten Profils bei dazugehöriger Re-Zahl entnommen werden):

  • Modelltyp, Profilierung: Auftriebsbeiwert \(c_a\)
  • Airliner, dickes, stark gewölbtes Profil: 1,2 - 1,3
  • Mittelschneller Jet, Profil z.B. HQ 2.0/10 o.ä.: 1,1 - 1,2
  • Sportlicher Jet, Profil z.B. RG-15: 0,95 - 1,1
  • Speedjet, Profil z.B. RG-14, HQ1.0/8: 0,8 - 0,95

Diese Werte hängen natürlich auch von der Re-Zahl und damit von der Flächentiefe ab. Sollte das betrachtete Modell eine sehr geringe Flächentiefe haben, ist mit dem kleineren Wert für \(c_a\) zu rechnen.

z.B.: Modell Pampa, \(m_{ges}=2,4 kg\), \(c_a=0,95\), \(A=21,5 dm^2=0,215 m^2\)

\({v=\sqrt{2 \cdot 2,4kg \cdot 9,81m/s^2 \over 1,2kg/m^3 \cdot 0,95 \cdot 0,251m^2}}\)

\(v\)=12,75m/s

Der so gefundene Wert für die Mindestgeschwindigkeit ist schon recht realistisch, weicht aber noch geringfügig nach oben ab, da die tragende Wirkung des Rumpfes nicht mit berücksichtigt wurde. In Extremfällen (z.B. beim Starfighter, SU-27 o.ä.) würde diese Betrachtungsweise jedoch versagen, da hier der Rumpf ca. 40 Prozent des Gesamtauftriebs erzeugt.

Hier hilft dann nur eine aufwendige Berechnung des Rumpfauftriebs oder Erfahrungswerte weiter. Typische Mindestgeschwindigkeiten für Airliner liegen bei ca. 9 – 11 m/s, mittelschnelle Modelle, die etwas leistungsfähiger sind, setzen mit etwa 12 –13 m/s auf und kleine Speedjets können bei Start bzw. Landung 14 – 16 m/s schnell sein.

Diese Werte sollen nur als Anhaltswerte dienen und ermöglichen eine Abschätzung, wie schwer unser Jet maximal werden darf. In manchen Fällen wird man feststellen, dass der Wert der Flächenbelastung erstaunlich hoch liegt, das Modell aber noch problemlos zu fliegen ist.

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